Subjektive Bedeutung von sollen und wollen

Objektive Bedeutung vs Subjektiven Bedeutung
1. Bisher kennen wir die objektive Bedeutung von sollen und wollen: Jemand muss etwas tun bzw. jemand hat den Wunsch, etwas zu tun oder zu haben.
Beispiele hierfür sind:
Ich soll den Bericht bis morgen geschrieben haben. (= Jemand hat mir gesagt, dass ich den Bericht bis morgen schreiben muss.)
Ich will schwimmen. (= Ich habe den Wunsch zu schwimmen.)
2. „subjektiven Bedeutung“ heißt, dass wir gehört oder gelesen haben und wir uns nicht sicher sind, ob es wirklich so passiert ist. Dabei unterscheidet man die Verwendung von sollen und wollen.

subjektiver Gebrauch von „sollen“
„sollen“ benutzen wir, wenn wir etwas selbst hören oder lesen und skeptisch sind, ob die Aussage korrekt ist. Es handelt sich um Behauptungen über andere Personen oder Situationen.
Die Bearbeitung des Antrags soll nur 7 Tage dauern. (= Ich habe gehört / gelesen, dass die Bearbeitung nur 7 Tage dauert. Allerdings bin ich mir unsicher, ob das korrekt ist.)
Hast du gehört? Der Chef und die Sekretärin sollen eine Beziehung haben!
(= Ich habe es nicht selbst gesehen. Aber jemand hat es mir erzählt. Allerdings bin ich mir unsicher, ob die beiden wirklich ein paar sind.)
subjektiver Gebrauch von „wollen“
„wollen“ benutzen wir, wenn jemand etwas über sich selbst sagt oder schreibt und wir skeptisch sind. Man kann auch sagen, dass wir Behauptungen wiedergeben.
Hast du gehört? Martin will 20 Kilogramm abgenommen haben. (= Er hat mir das erzählt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er wirklich 20 kg abgenommen hat.)
Der Chef will dem Kunden Herrn Müller gestern Bescheid gesagt haben. ( = Ich bin aber sehr skeptisch, ob der Chef den Kunden wirklich informiert hat.)
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